Flachglasmalerei

In der Flachglasmalerei werden hauptsächlich farbige Glasfenster mit bildlichen Darstellungen gefertigt – meist in Kombination mit anderen Werkstättenbereichen wie zB der Kunstverglasung, dem Siebdruck oder dem Sandstrahlen. Sogenannte Schmelzfarben werden, oft in mehreren Arbeitsgängen, auf das Glas aufgetragen und im Anschluss bei ca 600°C eingebrannt, was zu einer robusten Verbindung mit der Glasoberfläche führt. Die faszinierende Wirkung der Glasmalerei beruht auf ihrer hohen Leuchtkraft, ihrem Kontrastreichtum und der hohen Farbbrillanz, welche erst bei Betrachtung im Durchlicht zur vollen Geltung gelangt.
Die Glasmalerei ist eine sehr alte Handwerkskunst die sich über die Jahrtausende beständig weiterentwickelt hat. Als Blütezeit der sakralen Glasmalerei gilt die Gotik. Berühmte Glasmalereien dieser Epoche sind in vielen europäischen Kirchen und Kathedralen wie zB Notre Dame de Chartres, dem Kölner Dom oder der Frauenkirche in München zu finden - sie beeindrucken noch heute! Die Analyse solcher historischer und auch zeitgenössischer Werkbeispiele und der dort angewendeten Arbeitstechniken, ist wichtiger Bestandteil der Beschäftigung, um Lösungsansätze für die eigene Arbeit zu finden. Grundsätzlich gilt es aber, alle relevanten Techniken und handwerklichen Fertigkeiten der Glasmalerei zu beherrschen, um selbständig verschiedenste Werkstücke - teils nach eigenen Entwürfen, teils nach Fremdentwürfen - anfertigen und entwickeln zu können. Farbeigenschaften oder Farbwirkungen im nuancierten Gesamtbild spielen dabei beispielsweise ebenso eine Rolle, wie die richtige Anwendung von Bindemitteln, Malwerkzeugen und Schmelzfarben. Das technologische Wissen und die durch das beständige Arbeiten am und mit dem Entwurf geschulten und verfeinerten bildnerischen Fähigkeiten können, über die Tätigkeit des Glasmalens hinausgehend, auch als wichtiger Baustein für ein weiterführendes künstlerisches Studium oder das Studium der Konservierung und Restaurierung gesehen werden.